Appetitzügler oder Drogen?

Ein Kunde fragt:

Wir sind von einem sehr guten Mandanten in einem etwas ungewöhnlichen Fall an­ge­spro­chen worden. Seine Freundin (Thai) hat von einer anderen Person Tabletten als Appetitzügler gekauft. Die Tabletten sind in Thailand erworben worden, die Verkäuferin hat sie nach Deutschland verbracht und dort mehrere Thais damit „versorgt“. Bei der Freundin des Mandanten wurde durch die Tabletteneinahme eine schwere Psychose ausgelöst, die Untersuchung ergab, dass die Tabletten den in Deutschland schon seit den 70er Jahren verbotenen Wirkstoff Phentermin enthielten. Unser Mandant möchte ggf. gegen die Verkäuferin vorgehen, am besten auch in Thailand (also Strafanzeige erstatten). Sie weigert sich übrigens zu sagen, wo genau sie die besagten Tabletten in Thailand erworben hat.

  • Ist der Wirkstoff in Thailand ebenfalls verboten?
  • Hat eine Strafanzeige überhaupt Sinn?
  • Was würden Sie machen?

Mike Slanina antwortet:

Wie Ihr Mandant das schildert und im Hinblick auf die Folgeerscheinungen nach Einnahme der Tabletten bei seiner Ehefrau, hege ich eher den Verdacht, dass es sich dabei um die auch in Thailand verbotene Droge Yaba handeln könnte. Ob seine Freundin aus Unwissenheit diese Tabletten zu sich genommen hat, was ich mir aber nur schwer vorstellen kann, kann ich von hier aus nicht beurteilen.

Normalerweise kennt jeder Thai diese Tabletten, darüber erscheinen fast jeden Tag in den Medien Berichte, auch die lokalen Zeitungen sind voll mit solchen Meldungen. Desweiteren ist das auch, nach meinen Kenntnisen, bei den Thai-Communities im Ausland bekannt.

In Thailand kann Ihr Mandant zusammen mit seiner Freundin gegen diese Person ohne eigenes Risiko nicht viel ausrichten, da er davon ausgehen muss, dass sich seine Freundin wegen dem Konsum der Tabletten ebenfalls strafbar gemacht hat. In Deutschland könnte man höchstens die zuständigen Behörden über die nächste Lieferung aus Thailand informieren, wo die Dame persönlich (wie schon einmal) als Kurier in Erscheinung treten könnte.

Mein Vorschlag an Ihren Mandanten ist es daher, diesen Vorfall abzuhaken und in Zukunft beser und genauer darauf zu achten, welche Medikamente seine Freundin sich aus Thailand mitbringen lässt.

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